Die Kreisenden Berge
Auf dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Atoll Dioskura halten Alchemisten ein Elixier versteckt, nachdem die gefürchteten Markomanen suchen. Diese künstlich erschaffenen Wesen wollen mit der Substanz unsterblich werden und alle Menschen versklaven. Eine todesmutige Truppe, bestehend aus einem Schutzmann, einem Schönling, einer Prinzessin und einer Prostituierten, setzt alles daran, diese Pläne zu vereiteln.
| Genre: Dystopische Dark Fantasy
| Titelart: Vierteilige Romanreihe
| Länge: 850 Normseiten, pro Abschnitt ca. 210 Seiten
| Schauplatz: Das fiktive Atoll Dioskura
| Zeit: Industrialisierte Gesellschaft geprägt durch Alchemie
Ein Exposé mit einer vollständigen Inhaltsangabe, sowie eine längere Leseprobe kann bei Interesse zur Verfügung gestellt werden. Eine kleine Leseprobe findest Du im weiteren Seitenverlauf.
Leseprobe
Der Schlüsselmacher
Fabian Dequar rieb sich nervös die Hände, während er dem Markomanen hinterherlief und jede seiner Bewegungen mit Besorgnis verfolgte.
„Da... da vorne werden die Rohlinge hergestellt“, erklärte er mit dünner Stimme und deutete zitternd auf Maschinen, die mit laut stampfendem Getöse längliche Metallstifte ausspuckten. Baphomet schenkte den Maschinen keine Beachtung. Solche Details interessierten ihn nicht. Er schritt zwischen den Werkbänken hindurch, die in der Fabrikhalle zu langen Reihen zusammengeschoben waren. An jeder Werkbank arbeiteten bis zu vier Mann.
„Und... und... Hier werden die Schlüssel geschliffen...“ Dem Fabrikbesitzer lief Schweiß über die Stirn, während er hastig weitersprach. „Wir produzieren in vier Schichten, rund um die Uhr. Meine Mitarbeiter wissen, dass nur die allerhöchsten Qualitätsansprüche genügen, weshalb sie besonders sorgfältig vorgehen...“
Baphomet hörte deutlich die Angst des Fabrikbesitzers. Dequar hatte in kurzer Zeit wirklich Unglaubliches geschafft. In weniger als einer Woche war es dem Schlossermeister gelungen, die gesamte Produktion auf die Herstellung von Replikaten der Oktogonschlüssel umzustellen. Baphomet war beeindruckt. Natürlich sagte er das nicht. Lob, so war Baphomets Meinung, machte die Menschen nur träge. Solange Dequar im Glauben war, die Markomanen wären unzufrieden, würde er weiterhin Höchstleistungen erbringen. Baphomet blieb abrupt stehen. Dequar lief ihm fast in den Rücken.
„Wo sind die fertigen Exemplare?“
Der Fabrikbesitzer wies eilfertig auf sein Büro am anderen Ende der Halle.
„Ja, ja, natürlich. Bitte hier entlang.“
Das Büro war ein staubiger, kleiner Kasten mit großen Glasscheiben an der Längsseite. Man konnte von hier aus die gesamte Fabrikhalle überblicken. In der Raummitte stand ein großer Tisch, auf dem Bauzeichnungen ausgebreitet lagen. Ein flüchtiger Blick auf die Papiere verriet Baphomet, dass in der Halle eigentlich Druckbehälter produziert wurden.
„Hier ist die erste Charge“, verkündete Dequar stolz und deutet auf eine rote Plastikkiste. Sie war angefüllt mit Schlüsseln, die auf den ersten Blick alle identisch anmuteten. Die Schlüsselbärte unterschieden sich jedoch durch Nuancen. Obenauf lag eine Liste. Baphomet griff einen Schlüssel heraus und betrachtete ihn eingehend. Unruhig stand Dequar im Hintergrund und reckte den Hals. Der Markomane hatte ihm den Rücken zu gewandt. Dequar konnte nicht sehen, was Baphomet tat. Keine Regung gab Aufschluss über dessen Urteil. Dequar nestelte an seinen Fingern herum.
„...die Zeichnungen waren sehr vage... ich meine... sie ließen viel Interpretationsspielraum... Ich meine... wir haben uns natürlich exakt an Ihren Vorgaben gehalten... soweit es uns möglich war... Ich meine...“
Baphomet drehte sich langsam um. Sein Gesicht war blank.
„Sie hatten den Auftrag in einer Woche zweihundert Exemplare anzufertigen. Auf der Liste sind nur hundert vermerkt.“
Fabian Dequar schien zu schrumpfen.
„Wir... wir haben unser Bestmögliches getan, das versichern wir... Ich meine... Sehen Sie... wir mussten zunächst die Apparaturen umstellen. Das hat Zeit gekostet. Zudem waren...“
„Ich will keine Ausreden hören“, unterbrach ihn Baphomet. „Ich will Ergebnisse. Und das...“ er deutete auf die rote Kiste. „... das ist kein gutes Ergebnis.“
„Wir werden unsere Bemühungen steigern“, versicherte Dequar. „Verdoppeln werden wir sie!“
Baphomet starrte ihn mit eiskalten Augen an.
„Das will ich hoffen...“
Baphomet nahm die rote Kiste an sich und ging in Richtung Ausgang. „Ich komme in fünf Tagen wieder. Halten Sie sich also ran, Dequar. Halten Sie sich ran...“