Niko
Geboren wurde ich 1979 in West-Berlin. Meine Kindheit und Teile meiner Jugend verbrachte ich in einem Kreuzberger Hinterhof, wo meine Eltern, meine Schwester und ich eine kleine Wohnung im Parterre bewohnten. Es war ein dunkler Hof, in dem nichts außer Moos und Farne wuchsen und in dem sich dennoch regelmäßig Pfauenaugen verirrten. Im Sommer schwebten die wolkigen Samen der nahe gelegene Säulenpappeln zu uns, so dass es an manchen Tagen so wirkte, als hätte es geschneit. In dem Haus gab es Außentoiletten. Wir hatten glücklicherweise eine eigene in der Wohnung. Wir waren froh, diese nicht mit anderen Hausbewohnern teilen zu müssen, denn diese waren uns nicht ganz geheuer. Eine Nachbarin war zum Beispiel felsenfest davon überzeugt, man wolle sie vergiften.
Mein größtes Hobby war, neben der Errichtung von gewaltigen Legostädten, Cartoons zu zeichnen und Geschichten zu erfinden. Jahrelang konnte meine Familie davon ausgehen, zu Geburtstagen, Jubiläen und anderen Festlichkeiten Selberverfasstes oder Gezeichnetes geschenkt zu bekommen. Und meine Arbeiten gefielen offenbar, da ich von ihnen Aufträge erhielt, für die Geschäfte der Familie Werbeanzeigen und Plakate zu entwerfen. Wer in den 1990ern in Berlin einen Gas- Wasserinstallationsbetrieb oder ein Schreibwarengeschäft gesucht hat, könnte also mit meinen künstlerischen Arbeiten in Kontakt gekommen sein.
Held meiner Kindheit: Dagobert Duck
Wider besseres Wissen hatte ich nach der Schulzeit eine Friseurlehre begonnen. Dieses Abenteuer endete nach sechs Monaten, als ich einsah, dass dies nicht meine Zukunft sein konnte. Ich schrieb mich stattdessen für die Skandinavistik an der Humboldt-Universität ein. Die Zwischenzeit überbrückte ich mit Jobs in luxuriösen Hotels, wo ich den Gästen das Essen aufs Zimmer brachte oder die Minibar auffüllte. Das war auch die Zeit, in der ich an einem Kunstwettbewerb für den Berliner Tourismusverband teilnahm. Mein Beitrag war ein Cartoon-Reiseführer durch Berlin.
Held meiner Jugend: Nightcrawler (X-Men)
Während meines Studiums arbeitete ich in der Fachzeitschrift Norrøna als Redakteur, Cartoonist und Autor. Bereits in jenen Tagen trug ich die ersten Ideen für meine Romanreihe „Die Kreisendenden Berge" (früherer Arbeitstitel: "Das Atoll“) zusammen, doch in der Zeit lag mein künstlerischer Schwerpunkt noch verstärkt auf Illustrationen und Comics. In meinem Abschlussjahr arbeitete ich im Nordeuropa-Institut mit Kommilitonen an einem linguistischen Comicprojekt. Mein Teilprojekt hatte den klangvollen Namen „Bomben-Tina in der Metaphernwelt“. Nach einer Norwegenexkursion hatte ich die Ehre im Nordeuropa-Institut eine kleine Comic-Ausstellung zu haben. Für mehrere Monate konnten sich Besucher die Geschichte der „Tre-Kroner-Girls“ in Berlin Mitte ansehen. Auch in meiner Magisterarbeit widmete ich mich meiner Passion. Thema der Arbeit war „Ermächtigungs- und Erniedrigungsverhältnisse in H.C. Andersens Erzählungen im Vergleich zu Comicadaptionen.“
Nach Abschluss meines Studiums begann ich in der eLearning-Branche Fuß zu fassen, blieb der
Norrøna als Cartoonist aber noch für ein paar Ausgaben erhalten. In meiner Freizeit fokussierte ich mich zunehmend auf die Geschichte, die mir seit Jahren im Kopf herumspukte. Noch konnte ich es nicht ganz greifen. Es waren vage Bilder und Szenen, die zunächst nicht zusammenpassen wollten. Doch nach Jahren unablässiger Arbeit, inspiriert durch Autoren wie Ray Bradbury, Frank Herbert, Roald Dahl und Hanya Yanagihara hatte ich ein Konvolut zusammengetragen, dass meiner Ursprungsidee ganz nah kam.
Mein aktueller Held: Stephen King
Ich nutzte den gewonnenen Freiraum einer beruflichen Auszeit, um den Stoff intensiver zu bearbeiten. In dieser Phase schälte sich die Geschichte aus den tausend Seiten heraus, die ich bis dahin verfasst hatte. Fast zeitgleich mit dem Beginn meiner neuen Arbeitsstelle, stellte ich Die Kreisenden Berge fertig.
In der ersten Jahreshälfte 2026 ist es nun soweit! Der erste Teil meiner Romanreihe wird veröffentlicht.